Eine Yunnan-Reise der besonderen Art (Reisebericht)


Yunnan, eine Provinz zum Träumen

Die weitgehend unentdeckte Yunnan Provinz im Südwesten China’s lässt keine Wünsche offen. Von den heiligen 7000er Gipfeln im Norden über faszinierende, tiefe Täler mit reissenden Flüssen bis hin zu den fantastischen Reisterrassen bei Yuan Yang nahe der Grenze zu Vietnam hat die Yunnan Provinz im Südwesten China’s so alles zu bieten was das Herz eines Reisend höher schlagen lässt.

Lijiang

Bei wunderbarem Sonnenschein sitzen wir auf der Terrasse des Banyan Tree Hotels in Lijiang und geniessen das ausgiebige Frühstücksbuffet. Majestätisch erhebt sich im Hintergrund der schneebedeckte Jade Drachenberg auf über 5000 Meter in den tiefblauen Morgenhimmel! Was für ein fantastischer Anblick! Die weite Anreise hat sich bereits gelohnt! Unser Reiseleiter Xiao Jun wartet bereits am Hoteleingang auf uns. Beim anschliessenden Rundgang durch die engen, mit zahlreichen Kanälen durchzogenen Altstadt von Lijiang fühlen wir uns wie in eine andere Zeit zurückversetzt. Lijiang’s Altstadt wurde 1996 auf die Liste der UNESCO Weltkulturerben aufgenommen. Elegant führt uns Xiao Jun um die zahllosen, laut schwatzenden Chinesischen Touristengruppen herum in eine kleine, ruhige Seitengasse. Plötzlich sind wir die einzigen Touristen weit und breit. „Das hier sind noch die letzten originalen Gebäude in Lijiang“ werden wir aufgeklärt. „Ungefähr 200 Jahre alt“. Vor den Türen einiger dieser wunderbaren Häuser sitzen alte, freundliche Naxi Frauen die sich die Zeit mit Handarbeiten vertreiben und dabei die letzten Neuigkeiten des Tages mit den Nachbarn austauschen. Am Abend besuchen wir in einem wunderbaren alten Haus ein Konzert mit traditioneller Dongba-Musik, deren Ursprünge im 13. Jahrhundert zu suchen sind. Das hohe Durchschnittsalter des Orchesters lässt erahnen, dass das Interesse der jungen Generation wohl vermehrt bei Internetspielen liegt als bei Jahrhunderte alten Musikinstrumenten. Noch immer die harmonischen Klänge der Dongba Musik in den Ohren finden wir zurück im Hotel rasch den wohlverdienten Schlaf. Was wohl der morgige Tag so alles an Interessantem bringen wird?

Der Schicksals-Hügel

Nach einer Stunde erreichen wir bereits das idyllische Dorf Shigu. Shigu liegt etwas erhöht an einem Hang direkt am, um diese Jahreszeit Hochwasser führenden Yangtze Fluss. Auf den ersten Blick unterscheidet sich Shigu kaum von den anderen zahlreichen Naxi Dörfern in der Umgebung. Was manchen wir dann also an diesem wunderschön gelegenen Ort? „Das Geheimnis von Shigu ist nicht der Ort selber, sondern eher was dahinter liegt“ klärt uns Xiao Jun geheimnisvoll auf und führt uns über einen engen, steilen Pfad den nahegelegenen Hügel hinauf. Plötzlich eröffnet sich ein herrliches Panorama und tief unter uns vollzieht der Yangtze Fluss von Norden her kommend eine 180 Grad Schleife und fliesst praktisch in paralleler Richtung wieder gegen Norden. „Ist das nicht unglaublich?“ fragt uns Xiao Jun. Ein Blick auf die mitgebrachte Karte verschafft noch mehr Klarheit: Ohne den Hügel auf dem wir stehen, würden die ganzen, für China so wichtigen Wassermassen des Yangtze Flusses weiter in Richtung Süden entlang dem Tal des Roten Flusses nach Vietnam fliessen. Schwer Vorstellbar welche Auswirkungen dies auf das heutige Erscheinungsbild Chinas gehabt hätte.

Weiter geht unsere Yunnan Reise durch wunderbare Landschaft entlang dem Oberlauf des Yangtze Flusses, welcher hier „Goldener-Sand-Fluss“ (Jingsha) heisst und erst einige 100 km weiter beim Ort Yiding den Namen Yangtze (Chang Jiang) bekommt. Wir halten in einem Dorf der Lisu Minorität wo gerade eine Art Erntedankfest im Gange ist. Von den festlich und farbenfroh gekleideten Einheimischen werden wir traditionsgemäss mit einem Glas Alkohol begrüsst, und ehe wir uns versehen sind unsere langen Nasen und die helle Haut die Hauptattraktion des Festes. Die Lisu sind eine der 26 ethnischen Minderheiten der Yunnan Provinz. Ihre Vorfahren stammen ursprünglich aus Tibet und sind mit der Zeit entlang des Mekong Flusses in Richtung Süden emigriert. Die Lisu bevölkern heute vorwiegend die Bergregionen in Yunnan, Laos und Thailand. Die Weiterfahrt führt uns hinaus aus dem Yangtze Tal, über die Wasserscheid hinweg, hinüber ins parallel verlaufende Mekong Tal nach Weixi wo wir in einem guten Hotel übernachten.

Für die Chinesen ist das Frühstück nicht eine sehr wichtige Mahlzeit und daher sehr einfach. Ein Frühstück besteht in der Regel aus Reisnudeln, „Zhou“ (Reisbrei), und „Mianbao“ (eine Art Brot) und Tee. Kaffee ist Fehlanzeige. Mit einem Chinesischen Frühstück im Magen geht unsere bisher spannend verlaufene Yunnan Reise weiter hinunter in das Mekong Tal. Nach ungefähr 1 Stunde biegt unser Fahrer nach rechts ab und fährt über eine abenteuerliche, steile Strasse zum versteckt gelegenen Buddhistisches Kloster Shou Guo Si. Die Mönche dort gehören zur Gagyu Sekte (Weisse Sekte), welche im 14. Jahrhundert grossen Einfluss auf den Tibetischen Buddhismus hatte. Im Halbdunkel bestaunen wir die noch weitgehend im Originalzustand erhaltenen Wandmalereien welche die Wirren der kulturellen Revolution fast unbeschadet überstanden haben. Unsere Yunnan Reise geht weiter in nördlicher Richtung entlang dem reissenden und schäumenden Mekong Fluss. Im Dorf Yizhi nehmen wir das Mittagessen in einem Nebenflügel eines Hauses eines einst wohlhabenden Kaufmanns ein. Das Haus ist verfallen, auf einem der Holzpfeiler steht in mittlerweile ausgebleichter blauer Farbe „du mao zhu xi de shu“, was übersetzt soviel heisst wie „Lies das Buch des Vorsitzenden Mao“. Eine traurige Erinnerung daran, dass sich das wunderschöne Holzhaus der Zerstörungswut der Roten Gardisten während der Kulturrevolution nicht entziehen konnte. Xiao Jun schüttelt nur ungläubig den Kopf. „Eine Schande“ sagt er schliesslich und wagt auszusprechen, was mittlerweile viele jüngere, aufgeklärte Chinesen über dieses Kapitel der Chinesischen Geschichte denken.

Eine überraschende Entdeckung

Über eine wacklige Hängebrücke erreichen wir Cizhong, ein idyllisches Dorf welches sich auf einer „Sonnenterrasse“ hoch über dem Mekong Tal befindet. Ein ganz normales Bergdorf könnte man meinen, wäre da nicht diese kleine, unverkennbar im Gotischen Stile erbaute, kleine Katholischen Kirche. Die Geschichte dieser unscheinbaren Kirche beginnt im Jahre 1846, als Papst Gregor der 16. die Tibet Mission mit dem Ziel gründete, Tibet zu „Christianisieren“. Die aus damaliger Sicht monumentale Aufgabe wurde der „Mission étrangère de Paris“ und später der Schweizer „Mission St. Bernhard“ übertragen, welche zusammen in den folgenden 100 Jahren 44 Missionare nach Tibet entsandten. Die Missionare stiessen in Tibet mit ihrer Glaubensform auf grossen Widerstand, da viele Lamas sich durch das Christentum in ihrer Macht bedroht fühlten. Allein in Cizhong kamen 1905 bei der vorläufigen Vertreibung der Katholiken aus dem Mekong Tal durch Buddhistische Lamas zwei Mönche ums Leben. „Insgesamt gibt es noch 14 Katholische Kirchen dieser Art in Tibet, aber die Kirche von Cizhong ist die einzige Katholische Kirche dieser Art auf Tibetischem Boden in der Yunnan Provinz“ lassen wir uns von Xiao Jun erklären. 1951 wurden die letzten beiden ausländischen Priester von Mao’s Regierung des Landes verwiesen. Religion war nicht mehr geduldet. Die Kirche von Cizhong wurde ihrem Schicksal und schliesslich der Zerstörungswut von Mao’s Roten Garden überlassen. Dennoch sind die meisten Einwohner Cizhongs bei ihrem Christlichen Glauben geblieben und zelebrieren heute wieder jeden Sonntag eine Messe in ihrer, während der 80er Jahren renovierten Kirche.

Französischer Wein

In einem Haus gleich neben der Kirche treffen wir auf Liu Wenzeng, ein freundlicher, zuvorkommender älterer Herr welcher sich noch gut und gerne an die letzten beiden Französischen Priester erinnern mag. „Zwei Sachen haben die Missionare aber hier gelassen“ sagt der praktizierende Katholik mit einem lächeln: „die Kirche und den Wein“. Stolz zeigt uns Liu die Reben, welche von den Franzosen vor über 100 Jahren mitgebracht wurden. „Die alten, 100 Jahre alten Rebstöcke geben leider nicht mehr soviel Trauben her, deshalb mussten wir vor ein paar Jahren auch Chinesische Reben pflanzen“ sagt er fast ein wenig wehmütig und schenkt uns dabei den selber gemachten Wein ein. „Santé“ sagt er in einen etwas holprig gewordenen Französisch, welches ihm damals in der Schule von den Missionaren beigebracht wurde. „Wir sollten weiter!“ Xiao Jun drängt uns zum Aufbruch, da wir sonst die schönste Strecke des Tages nicht mehr bei Tageslicht erreichen würden. Gerne wären wir noch etwas bei Herr Liu geblieben und seinen interessanten Geschichten aus seinem, nicht einfachen Leben zugehört. Wir kaufen noch eine „Notration“ Wein für unterwegs und machen uns dann auf den Weg in Richtung Deqin.

Eine Landschaft wie im Bilderbuch

Die anschliessende Fahrt ist in Worten kaum zu Fassen. Erst fahren wir weiter entlang dem reissenden, braunen Mekong Fluss, bevor die Strasse sich dann in unzähligen Serpentinen die steil abfallende Bergflake hocharbeitet, hinauf auf das Osttibetische Plateau. Tief unten im Tal wird der Mekong Fluss immer wie kleiner und es eröffnet sich ein grandioser Ausblick über das gesamte Mekong Tal sowie den 6’740 Meter hohen, mit Schnee und Eis bedeckten Berg Kagebo. Ein wahrhaftig überwältigender Anblick! Der Kagebo (auch Kawakarpo oder Meili Xueshan genannt) ist der höchste Berg der Yunnan Provinz wird von den Tibetern als heiliger Berg verehrt. Trotz mehrerer Versuche bleibt der Kagebo einer der wenigen Gipfel der Erde welche noch nie bestiegen wurden. Beim letzten Versuch im Jahre 1991 kamen 15 Japanische und Chinesische Bergsteiger ums Leben. Seitdem wurden keine Expeditionen zum Kagebo mehr bewilligt.

Durch diese märchenhafte Landschaft erreichen wir den Ort Feilaisi, wo wir direkt über dem bekannten Aussichtpunkt unser einfaches Hotel beziehen. Danach erwartet uns noch ein herrliches Abendessen mit einem fantastischen, unvergesslichen Sonnenuntergang vor der imposanten Bergkulisse des Kagebo Massivs.

Es ist noch dunkel als uns der Wecker aus dem tiefen Schlaf reisst. Mit Kamera und Stativ bewaffnet hasten wir uns durch die Dämmerung zum nahegelegenen Aussichtspunkt. Es ist kalt um diese Jahreszeit in Feilai Si – kein Wunder, denn wir befinden uns mittlerweile auf 3’400 Meter über Meer. Fast ein wenig neidisch staunen wir über die Fotoausrüstungen der Chinesen welche sich links und rechts neben uns eingerichtet haben. Neben all diesen monströsen Objektiven und Kameramodellen der Superlative kommen wir uns mit unserer Canon Kompakt-Kamera fast ein wenig minderwertig vor. Langsam lichtet sich der Morgennebel und der Gipfel des majestätischen Kagebo erstrahlt in der goldenen Morgensonne. Herrlich! Dies muss in der Tat das sagenumworbene Shangri-La sein, welches von James Hilton in seinem Roman „The lost Horizon“ beschrieben wird. Zum Frühstück gibt’s dann wieder Reisnudel und heissen Tee.

Schnee im Sommer

Die Haarnadelkurven wollen kein Ende nehmen. Die Strasse windet sich der Bergflanke empor in Richtung Yakou Pass, mit 4292 Meter über Meer der höchste Punkt unserer Reise. In der Zwischenzeit sind Wolken aufgezogen und dichter Nebel behindert die Sicht. Das Thermometer zeigt gerade mal noch 4 Grad an. Trotz heftigem Schneetreiben hält unser Fahrer auf der Passhöhe kurz an. Wuchtig wirft er ein Bündel farbiger Gebetszettel in die Luft, welche vom Wind augenblicklich davongetragen werden und sie rasch im dichten Nebel verschwinden lässt. Dies als Dank an die Götter für eine bisher reibungslos verlaufene Fahrt unserer Yunnan Reise. Wir erreichen die Stadt Benzilan, welche sich bereits wieder im Yangtze Tal befindet. Der Yangtze Fluss bildet hier die Provinzgrenze zwischen Yunnan und Sichuan. Wir besuchen das fein herausgeputzte Tibetische Dhandrumping Kloster, welches seinen Ursprung 17. Jahrhundert hat. Während der Kulturrevolution vollständig zerstört, wurde es an dieser Stelle wieder neu aufgebaut und beherbergt heute wieder 300 Mönche. Li ist 45 Jahre alt und lebt seit 15 Jahren als Mönch in Benzilan. Er ist mittlerweile so etwas wie der Vorsteher des Klosters und kommt ursprünglich aus einem Bergdorf in der Umgebung. Als wir ihm erklären, dass wir aus der Schweiz sind, hellt sich sein Gesicht auf: „Sän Gall, Sän Gall“ sagt er mit einem Grinsen und erzählt uns stolz, dass sein Cousin in St. Gallen in der Schweiz wohnen würde. Seine Ansicht über die Schweiz entspricht weitgehend demjenigen vieler Chinesen: Die Schweizer haben alle viel Geld, leben im einem schönen Land und haben die besten Uhren. Mit dem schönen Land und den Uhren mag er ja Recht haben…

Shangri-La

Gegen Abend erreichen wir Zhongdian, ein weiterer Zwischenhalt auf unsere Reise durch die Yunnan Provinz. Nach einer eingehenden Studie hat die Chinesische Regierung 1991 den Landkreis Zhongdian kurzerhand in „Shangri-La“ umbenannt. Sie kamen zum Schluss, dass es sich hier um das sagenumworbene Shangri-La handeln muss, welche James Hilton in seinem 1933 erschienenen Roman „Der verlorene Horizont“ beschrieben wird. Nach anderen Quellen liegt das richtige Shangri La in der heutigen Chinesischen Grenzregion zu Kaschmir. Aber lassen wir das mal fürs Erste. Unser Hotel befindet sich an wunderschöner Lage, etwa 10km ausserhalb von Zhongdian. Der Hotelmanager persönlich erwartet uns schon auf der Treppe zum Eingang – das ist eine Seltenheit in China. Das Banyan Tree Ringha Hotel als traumhaft zu beschreiben wäre eine Untertreibung, man muss es selber erlebt haben. Erbaut in Form eines Tibetischen Dorfes liegt das Hotel inmitten einer traumhaften, von grünen, bewaldeten Hügeln umgebenend Landschaft. Nach einer entspannenden Massage und einem leckeren Tibetanischen Hot Pot finden wir rasch den wohlverdienten Schlaf.

Nach dem ausgiebigen westlichen Frühstück – dem ersten dieser Art nach 8 Tagen – erwartet uns Xiao Jun bereits. Es herrscht ein Tag wie aus dem Bilderbuch. Stahlblauer Himmel, der wegen der dünneren und klaren Luft auf dieser Höhe noch viel blauer zu sein scheint als bei uns. Wir machen uns auf den Weg zum Dabao Si, einem der ältesten Gelbmützen (Gelugpa) Klöster in der Gegend. Nach einem 30 Minütigen Fussmarsch erreichen wir das idyllische, auf einem kleinen bewaldeten Hügel gelegene Kloster. Die 200 Treppenstufen erinnern uns unvermittelt daran, dass wir uns hier nach wie vor auf über 3‘200 Meter über Meer befinden. Die Bäume rings um das Kloster sind mit farbigen Gebetsfahnen geschmückt; es herrscht eine entspannte, ja geradezu friedliche Atmosphäre. Ein grosser Ziegenbock beäugt uns misstrauisch, entscheidet sich dann aber trotzdem uns einlass zu gewähren.

Die Geschichte des Dabao Klosters reicht zurück bis ins 14. Jahrhundert. Es würde ursprünglich als Kagyu (Rote Mützen) Kloster gebaut und wurde erst im 16. Jahrhundert in ein Kloster der Gelugpa (Gelbe Mützen) Glaubensrichtung umgewandelt.

Nach einem, einmal mehr, herrlichen Mittagessen und einer kurzen Autofahrt erreichen wir mit dem Sumtseling Kloster einen weiteren Höhepunkt unserer Yunnan Reise. Der riesige Tempelkomplex steht stolz auf einem kleinen Berg, umgeben von den sanften, grünen Hügeln des Tibetischen Hochlandes. Durch die, in der Nachmittagssonne prächtig funkelnden, goldenen Dächer ist das Kloster schon von Weitem gut zu erkennen. Das Sumtseling Kloster gehört zum Gelugpa Orden (Gelbmützen) und wurde nach seiner Fertigstellung im 17. Jahrhundert vom 5. Dalai Lama persönlich eingeweiht. Im Innern des Tempels steht eine riesige Statue von Tsongkapa, dem Gründer des Gelbmützen-Ordens. Dem gleichen Orden, welche übrigens auch der jetzige, 14. Dalai Lama angehört. Wir staunen über die herrlichen, in leuchtenden Farben präsentierten Wandmalereien. Dadurch dass das Kloster während der Kulturrevolution ebenfalls arg in Mitleidenschaft gezogen wurde, sind leider nicht mehr alle Malereien im Originalzustand erhalten. Seit seiner Renovierung in den 80er Jahren erstrahlt das Kloster wieder in seinem alten Glanz und es sind mittlerweile wieder über 700 Mönche hier registriert. Am Nachmittag führt uns Xiao Jun noch durch die pittoreske Altstadt von Zhongdian. Eine gute Gelegenheit uns noch mit den letzten Souvenirs und Geschenken einzudecken.

Zum Abschluss noch eine Überraschung

Am Abend vor unserer Abreise hat unser Reiseleiter Xiao Jun noch eine ganz spezielle Überraschung vorbereitet: Er würde uns gerne zum Abendessen einladen, sagt er ganz bedeutungsvoll. Pünktlich um 18 Uhr werden wir von Ihm und unserem hervorragenden Fahrer Herr Liu im Hotel abgeholt. Es ist bereits dunkel als wir in der Altstadt von Zhongdian eintreffen. Durch die schlecht beleuchteten Gässchen führt uns Xiao Jun zu einem uralten Tibetischen Haus. Alles ist dunkel und die Türen sind geschlossen. Auf unser Klopfen öffnet sich mit einem lauten Knarren die grosse alte Türe aus Kieferholz. Wir werden herzlich empfangen von der Besitzerin des Hauses, einer Taiwanesin, die es vor langer Zeit in diesen entlegenen Winkel Chinas verschlagen hat. Sie hat das Haus gekauft und es soweit wie möglich in seinem ursprünglichen Zustand belassen. „Häuser wie dieses gibt es nicht mehr viel hier“ sagt sie nicht ohne Stolz. Viele dieser wunderbaren, 200 Jahre alten Häuser werden abgerissen und durch modernere Betonbauten ersetzt. Für die jüngere Generation von Tibetern ist der Unterhalt solcher Lehmhäuser zu aufwendig und zu wenig modern. Wir fühlen uns wie im Märchen. Zurückversetzt in eine andere Zeit. Nach einem Apéro an der gemütlichen Feuerstelle wird uns ein köstliches Abendessen serviert. Insbesondere die über dem Feuer gegrillten Yak-Steaks haben es mir angetan! Einfach köstlich. Zum Nachtisch gibt es hausgemachtes „Cheese Cake“, zubereitet von der Chefin persönlich. Was für krönender Abschluss einer wunderbaren Reise. Zurück im Hotel lassen wir uns müde und mit vollen Bäuchen in das bereits vorgewärmte Bett fallen. Es wird noch eine Weile dauern bis wir die zahlreichen schönen und vielfältigen Eindrücke dieser Yunnan Reise verarbeiten können.

Mehr Informationen über diese Reise sowie Südwest-China bei: www.yunnanreisen.de

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